Andrei Arsenjewitsch Tarkowski war der vermutlich bedeutenste Filmregisseur der Sowjetunion, auch wenn seine Berühmtheit in seinem eigenen Land am geringsten war und er politisch nicht unumstritten, brachte er beachtliches Filmgut zustande. Sein Film
Stalker basiert auf einem Fragment aus "
Picknick am Wegesrand" der Brüder
Arkadi und Boris Strugazki, welches sich jedoch im Laufe der (Zusammen-)Arbeit am Film so wandelte, dass eine neues, eigenes Dich daraus entstand, "Die Wunschmaschine".
Die Geschichte handelt von einer verbotenen Zone, in die sich ein Wissenschaftler und ein Schriftsteller, vom sogenannten "Stalker" führen lassen - angeblich gibt es dort einen Raum, der Wünsche erfüllt. Doch die Zone hat ihre eigenen Regeln und Gesetze, die nicht einfach zu befolgen und schon gar nicht zu verstehen sind. Auch der Stalker hat in den vielen Jahren, in denen er Leute in die Zone führt, nicht verstanden, wie die Zone "funktioniert" - er hat nur beobachtet und daraus Schlüsse gezogen. Und mehr als über die Zone hat er über Menschen gelernt.
Den beiden erfolgreichen Männern des Geistes erscheinen sein Verhalten, seine Haltung, seine Furcht, seine Vorsicht schlicht als Feigheit und Aberglaube. Sie sind ungeduldig und vertrauen auf ihren Verstand, auf ihr Wissen, auf ihre Waffen und ihren Mut. Doch der Stalker weiss, was mit solchen Leuten in der Zone passiert. Er zitiert (frei) aus dem Tao Te King (Daodejing) des Lao-Tse (Laozi) den Abschnitt 76 "
Vom Harten und Weichen":
Schwäche ist etwas Großes und Stärke gering.
Wenn ein Mensch geboren wird, ist er schwach und biegsam, wenn er stirbt, ist er fest und hart. Wenn ein Baum wächst, ist er zart und biegsam, aber wenn er trocken und starr wird, stirbt er.
Härte und Stärke sind Gefährten des Todes, Biegsamkeit und Schwäche bekunden die Frische des Seins. Deshalb kann nicht siegen, was verhärtet ist.
Man verrät das Ende nicht, wenn man zusammenfasst, dass sie die Zone biegsam, aber nicht gebeugt wieder verlassen.