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Titel: Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra Beitrag von: uloki am 06 Juni 2007, 10:44 Ob der schieren Masse beginne ich hier jetzt einfach mal, aus "Also sprach Zarathustra (http://de.wikipedia.org/wiki/Also_sprach_Zarathustra)" von Friedrich Nietzsche (http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Nietzsche) möglicherweise bedeutsame Stellen herauszusuchen. Was keine sonderlich angenehme Arbeit ist, da Nietzsche zu diesem Zeitpunkt schon sehr lyrisch-schwülstig schrieb und sich nicht selten in Pathos und Pose verlor. Das zentrale Thema des Buches, der "Wille zur Macht" läßt sich vermutlich nicht in einen daoistischen Kontext bringen. Das Konzept des Übermenschen, der sich überwindet und anstrengt, übt und lernt - kennen wir leider nur zu gut aus Buddhismus und Konfuzianismus. Doch vielleicht finden sich auch einige unverdorbene Ansätze und Aspekte des Übermenschen, die sich mit dem Daoismus nach Dschuang Dsi (Zhuangzi) vereinbaren lassen. Zur Person von Friedrich Nietzsche wäre ein separates abstract sinnvoll (...) - in Alain de Bottons "Trost der Philosophie" findet sich eine hervorragende Beschreibung des Wesens und Werdens von Nietzsche. Keine jenseitigen Freuden und Versprechen, in der Welt stehen... Zitat von: Friedrich Nietzsche Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt Denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! [..] Einen neuen Stolz lehrte mich mein Ich, den lehre ich die Menschen: - nicht mehr den Kopf in den Sand der himmlischen Dinge zu stecken, sondern frei ihn zu tragen, einen Erden-Kopf, der der Erde Sinn schafft! ...aber sich nicht zu ihr runterziehen lassen. Zitat von: Friedrich Nietzsche Fliehe, mein Freund, in deine Einsamkeit! Ich sehe dich betäubt vom Lärme der grossen Männer und zerstochen von den Stacheln der kleinen. Wer sich der Verwicklung entledigt hat, beginnt wieder als Kind in einem Fluss. Nietzsche wähnt hier aus den Erfahrungen seiner Zeit den Kampf als einzige Möglichkeit - durch weite Teile seines Werkes zieht sich dieser bittere (aber keinesfalls unbegründete), kontrastierende Fokus auf die Masse und verzerrt m.E. seine Aussagen erheblich. Zitat von: Friedrich Nietzsche Unschuld ist das Kind und Vergessen, ein Neubeginnen, ein Spiel, ein aus sich rollendes Rad, eine erste Bewegung, ein heiliges Ja-sagen. Ja, zum Spiele des Schaffens, meine Brüder, bedarf es eines heiligen Ja-sagens: seinen Willen will nun der Geist, seine Welt gewinnt sich der Weltverlorene. Keine Ewigkeit, keine Götter. Zitat von: Friedrich Nietzsche was geliebt werden kann am Menschen, das ist, dass er ein Übergang und ein Untergang ist. [..] Böse heisse ich's und menschenfeindlich: all diess Lehren vom Einen und Vollen und Unbewegten und Satten und Unvergänglichen! Ein vertraute Einstellung zu Lehren und dem Mythos von "Gut und Böse". Zitat von: Friedrich Nietzsche Ach, es giebt so viel grosse Gedanken, die thun nicht mehr als ein Blasebalg: sie blasen auf und machen leerer. [..] Ach, das ist meine Trauer: in den Grund der Dinge hat man Lohn und Strafe hineingelogen Tugend und Werte Zitat von: Friedrich Nietzsche Werthe legte erst der Mensch in die Dinge, sich zu erhalten, - er schuf erst den Dingen Sinn, einen Menschen-Sinn! Andere dazu belehren wollen. Zitat von: Friedrich Nietzsche Ihr flüchtet zum Nächsten vor euch selber und möchtet euch daraus eine Tugend machen Und das Dinge auch mal leer sein müssen, um wieder gefüllt zu werden, versteht er. Zitat von: Friedrich Nietzsche Fast zu heftig strömst du mir, Quell der Lust! Und oft leerst du den Becher wieder, dadurch dass du ihn füllen willst! Als (gebranntes) Kind der Zeit scheint Nietzsche ein starkes, unabhängiges Ich unabdingbar, doch höher stellt er hier deutlich das Nicht-Willentliche - mit welchem das Ich angeblich konform geht. Zitat von: Friedrich Nietzsche "Ich" sagst du und bist stolz auf diess Wort. Aber das Grössere ist, woran du nicht glauben willst, - dein Leib und seine grosse Vernunft: die sagt nicht Ich, aber thut Ich. Soweit zum ungefähr ersten Drittel des Werkes... Ich würde sagen, dass deutliche daoistische Grundzüge zu sehen, aber keine wirklich guten, prägnanten Bilder enthalten sind. Aus der Fülle des Pathos und Schwulstes läßt sich mühsam was heraussuchen - die Disproportion gibt einen unangenehmen Beigeschmack. Hier spricht jemand, der seine Füße nicht auf dem Boden, dessen Lied er vorgibt zu singen, hat. Das ist nicht die klare Berg-Luft von der er schwärmte, sondern der Mief biederer bürgerlicher Lesezimmer in dem noch der Weihrauch vom letzten Besuch des Pfaffen wabert.... |