Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


nan_hua_zhen_jing

Nan Hua Zhen Jing - Das wahre Buch vom südlichen Blütenland

Autor: Dschuang Dsi (Zhuangzi) (chin. 庄子 / 莊子, W.-G. Chuang-tzu; ca. 365 - 290 v.d.Z.).

Urheberschaft und Überarbeitungen

Das Buch in dieser Form ist zusammengestellt und vermutlich auch umgeschrieben und „bereinigt“ worden. Der erste und bekannteste Bearbeiter ist Guo Xiang, dieser hatte selbst sehr strikte Ansichten über die Aussagen des ursprünglichen Autoren.

Grob lässt sich folgendes über die Urheberschaft sagen: Lediglich die Kapitel 1 bis 7 (innere) sind unstrittig maßgeblich von Zhuangzi. Von den, sog. „äußeren“, Kapiteln 8 bis 22 sind einige FIXME von der „Schule von Zhuangzi“, einige jedoch von anderen Schulen und weisen mehr oder weniger deutliche Unterschiede in den Lehren auf - was die einzige Möglichkeit ist, sie als solche zu identifizieren.

Die Kapitel 23 bis 33 sind nur noch „vermischte Schriften“, bestenfalls Schulprodukte, häufig zerstückelt und merklich von Konfuzianismus, Buddhismus und volkstümlichen Aberglauben durchdrungen.

Entstehung

Die inneren Kapitel entstanden in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhundert v.d.Z., zur Zeit der Streitenden Reiche, einer Zeit des Umbruches, Zerfalls und häufig auch Chaos.

Konkurrierende philosophische Schulen

Die philosophische Schulen dieser Zeit waren in einem sehr aktivem Dialog, was sich auch im Buch widerspiegelt. Die einflussreichsten Schulen sind:

  • der konservative, moralistische Konfuzianismus, welcher als Ziel nicht einen Fortschritt hat, sondern das Zurückkehren zu einer „goldenen“ Vergangenheit in welcher weise, überlegene Könige nach den allerhöchsten moralischen Prinzipien regierten. Konfuzius erstellte zahllose Regeln, die eine Rückkehr zu diesem idealen Zustand ermöglichen sollten.
    Zhuangzi kritisiert diese Methoden heftig, meist, indem er sich über die Konfuzianisten lustig macht. Seine Angriffe auf den Konfuzianismus waren so schlagkräftig, dass Konfuzianisten gezielt Fälschungen an Zhuangzis Schriften vornahmen, um ihm konfuzianistische Motive unterzuschieben.
  • Mohism, strikter Egalitarismus, alles und jedes wird nach seiner gesellschaftlichen Nützlichkeit bewertet. Dröge und hölzerne Schriften und Argumentationen führten dazu, dass diese Schule im 3. Jahrhundert v.d.Z. verschwand und erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurde.
    Zhuangzi verabscheute den maschinenmäßigen Pragmatismus der Schule mit ihrem salbadernden, gefühlsduseligen Tönen.
  • Yang Zhu, von welchem keine Schriften mehr erhalten sind. FIXME

Darüber hinaus gab es zahlreiche kleinere Schulen und auch einzelne Lehrer, häufig auch Beamte, welche in dieser Zeit ihre Lehren verbreiten wollen. Jede Schule hat ihren „Weg“ - so ist Konfuzianismus der Weg des Menschen und der Daoismus ist der Weg des Weges1).

Übersetzungen, Kommentare und sonstige Umsetzungen

Online-Übersetzung Chinesisch-Englisch basierend auf „The Writings of Chuang Tzu“ von James Legge (1891). Neueren Datums ist die englische Übersetzung von Burton Watson und Feng Youlan. FIXME Liste aller Übersetzer anfügen

Als deutsche Übersetzung verwenden wir die von Richard Wilhelm, auf welche innerhalb dieses Wikis ohne weitere Benennung Bezug genommen wird. Es ist nicht so, dass diese Übersetzung eine solche Behandlung verdient hätte, aber es ist die erste deutsche Übersetzung und sie zeigt eben auch das Dilemma der christlichen Durch- und Übersetzung schön auf (leidig, aber kaum vermeidlich).

Auszüge der Richard-Übersetzung sind bei Projekt Gutenberg-de zu finden (Oktober 2010: gerade mal eine Handvoll Einträge). Weiterhin interessant ist die Interpretation von Thomas Merton, „The Way of Chuang Tzu“ (New Directions, 1965).

Zu einer gewissen Bekanntheit sind die „Lehrsprüche des Dschuang Dsi“ gelangt - einem Comic von Tsai Tschih Tschung, welches sich lose an einzelnen Geschichten orientiert und dabei Interpretationen anbietet, die von eigen- über un- bis zu total widersinnig rangieren.

Inhalt

Nachfolgend die Auflistung der Bücher gemäß der Übersetzung von Richard Wilhelm.

    1. Der Vogel Rokh und die Wachtel
    2. Der Kaiser und der Heilige
    3. Verborgene Seligkeit
    4. Der große Kürbis
    1. Der Koch
    2. Des Himmels Fügung
    1. Der Gesandte
    2. Fürstenerziehung
    3. Der alte Eichbaum
    4. Der knorrige Baum
    5. Das Leiden der Brauchbarkeit
    6. Der Krüppel
    7. Das Lied der Narren
    1. Zehenlos Fürstenberg bei Konfuzius und Laotse
    2. Großer Geist in gebrechlichem Leib
    3. Himmel auf Erden
    4. Die Gaben des Himmels und die Logik
  1. Von großen und kleinen Dieben - Wider die Kultur 3
    1. Wirksamkeit der Ideale
    2. Vom höchsten Gut
    3. Der König des Lebens
    4. Die Zauberperle
    5. Untauglich zur Weltherrschaft
    6. Der Grenzwart des Blumenlandes
    7. Graf Hoch von Vollkommen
    8. Lebensgeheimnisse
    9. []
    10. []
    11. Der Ziehbrunnen
    12. Sprosskraft und Wirbelwind
    13. Verblendung
    14. Unbewusste Verstrickung
    1. Himmlische Freuden
    2. Handeln und Nicht-Handeln
    3. Ordnung
    4. Kritik der Zeitrichtungen
    5. Yau und Schun
    6. Des Konfuzius Besuch bei Laotse
    7. Doktor Filigran bei Laotse
    8. Der höchste Mensch I
    9. Wertlosigkeit der Bücher
    1. Erwachen zur Selbstbesinnung
    2. Groß und Klein
    3. Das Absolute
    4. Werte
    5. Imperative
    6. Der Sinn
    7. Daseinsstufen
    8. Mut
    9. Die Lehre des Dschuang Dsi. Der Brunnenfrosch
    10. Die Schildkröte
    11. Eule und Phoenix
    12. Die Freude der Fische
    1. Glück?
    2. Dschuang Dsi beim Tode seiner Frau
    3. []
    4. Der Totenschädel
    5. []
    6. []
    1. Innerlichkeit
    2. Einheit und Zerteilung
    3. []
    4. Vom Abtun des Äusserlichen
    5. Wie man Vögel und Menschen fängt
    1. []
    2. Der Spiegel der Schönheit
    3. []
    4. Die streitenden Reiche
    5. []
    6. Was man vom Landbau lernen kann
    7. Schuld an den Verbrechern
    8. []
    9. []
    10. Gesellschaftsanschauung und Sinn
1)
Hier fehlen wiederum die Worte - man könnte sagen, es ist der Weg des Kosmos, das Konzept des Wirkens der Natur.
nan_hua_zhen_jing.txt · Zuletzt geändert: 2012/12/17 09:29 von hkolbe